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Pflege

Eine Freeform reinigen

7 Min.EinfachNach jedem Ausritt abbürsten · komplette Reinigung alle 4-6 Wochen

Anders als ein Sattel mit Sattelbaum besteht die Freeform aus trennbaren Teilen: Basis, Sitzfläche, Sattelblätter und Kissen lassen sich in wenigen Sekunden lösen. Die Reinigung beginnt immer dort — nur so kommt man wirklich unter die Polster, wo sich Schweiß, Sand und Haare sammeln.

Es gibt nur eine Grundregel: wenig Wasser, keine Wärmequelle. Pflanzlich gegerbtes Leder und technische Schäume leiden weit mehr unter zu viel Wasser und forcierter Trocknung als unter dem Gebrauch.

LederKissenRoutine
Zerlegter Freeform-Sattel auf der Werkbank mit Tüchern und Lederseife
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    Den Sattel zerlegen

    Nimm Sitzfläche, Sattelblätter und Kissen von der Basis ab. Die Klettverbindungen öffnest du, indem du an einer Ecke ziehst, ohne ruckartige Bewegungen. Lege jedes Teil auf eine saubere, trockene Fläche: Wer den Sattel montiert reinigt, lässt immer Rückstände in den Zwischenräumen.

    Abnehmen der Sitzfläche von der Basis der Freeform
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    Trocken abbürsten, vor dem Wasser

    Entferne mit der weichen Bürste Staub, Haare und vor allem Sand von jedem Teil, besonders auf der Seite, die am Rücken anliegt, und an den Rändern der Kissen. Sand wirkt wie Schmirgel: ein feuchtes Tuch über Sand zu ziehen heißt, das Leder zu verkratzen.

    Nach einer Einheit auf sandigem Boden ist das trockene Abbürsten mehr wert als jede Wäsche.

    Trockenes Abbürsten der Sattelunterseite
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    Das Leder mit kaum feuchtem Tuch reinigen

    Feuchte den Schwamm in lauwarmem Wasser an und wringe ihn gut aus: Er soll feucht sein, nicht nass. Trage die neutrale Seife in kreisenden Bewegungen auf Sitzfläche, Sattelblätter und Gurtung auf, Abschnitt für Abschnitt, und nimm den Schaum sofort mit dem Mikrofasertuch wieder auf. Lass die Seife nie auf dem Leder antrocknen.

    • Arbeite eine Zone nach der anderen, von oben nach unten
    • Steigbügelriemen und Gurtstrupfen besonders gründlich, dort sammelt sich der Schweiß
    • Tauche die Teile niemals in Wasser

    Keine Lösungsmittel, kein Alkohol, keine silikonhaltigen Mittel, kein Hochdruckreiniger: Sie trocknen das Leder aus und lösen die Verklebungen.

    Reinigung der Ledersitzfläche mit Schwamm und neutraler Seife
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    Kissen und Sattelunterlage waschen

    Kissen und Sattelunterlage nehmen den größten Teil des Schweißes auf. Halte dich immer an das Pflegeetikett: in der Regel Handwäsche oder Schonwaschgang unter 30°, neutrales Waschmittel, kein Weichspüler (er sättigt die Fasern und mindert die Atmungsaktivität).

    Nie in den Trockner und nie auf die Heizung: Die Schäume verformen sich und finden nicht mehr in ihre ursprüngliche Form zurück.

    Kissen und Sattelunterlage in lauwarmem Wasser eingeweicht
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    An der Luft trocknen, fern von Wärme

    Lass alles bei Raumtemperatur in einem gut belüfteten Raum trocknen, fern von direkter Sonne, Ofen und Föhn. Die Kissen trocknen flach liegend, damit sie sich nicht verformen. Das dauert einige Stunden: Es ist der Schritt, den man nicht beschleunigen kann.

    Sattelteile trocknen an der Luft in der Sattelkammer
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    Das Leder nähren

    Sobald sich das Leder trocken anfühlt, trägst du mit einem sauberen Tuch einen dünnen Film Balsam auf und lässt ihn einziehen. Besser wenig Produkt und öfter als viel Produkt einmal im Jahr: Der Überschuss bleibt an der Oberfläche, verschließt die Poren und zieht Staub an.

    Probiere das Produkt immer erst an einer verdeckten Stelle: Manche Balsame dunkeln helles Leder leicht nach.

    Auftragen des nährenden Balsams auf das Leder der Sitzfläche
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    Zusammensetzen und kontrollieren

    Setze die Teile wieder zusammen und prüfe dabei, ob die Klettflächen sauber sind (mit Haaren zugesetztes Klett verliert an Halt: mit einer weichen Drahtbürste auskämmen) und ob alles fluchtet und symmetrisch sitzt. Nutze die Gelegenheit für eine kurze Kontrolle von Nähten, Gurtstrupfen und Steigbügelriemen.

    • Klett sauber und auf der ganzen Fläche gut verbunden
    • Sitzfläche mittig zur Basis
    • Nähte und Gurtstrupfen unversehrt, keine gezogenen Fäden

Zu tun

  • Nach jedem Ausritt trocken abbürsten
  • Kaum feuchtes Tuch, nie durchnässt
  • Trocknen an der Luft, flach liegend, fern von Wärme
  • Dünne Schicht Balsam auf trockenem Leder

Zu vermeiden

  • Teile eintauchen oder mit dem Hochdruckreiniger arbeiten
  • Trockner, Föhn, Ofen oder direkte Sonne
  • Lösungsmittel, Alkohol, Silikon oder scharfe Reiniger
  • Den feuchten Sattel in einer geschlossenen Hülle verstauen

Fragen zu diesem Ratgeber

Bei regelmäßigem Gebrauch genügt eine komplette Reinigung alle 4-6 Wochen, dazu trockenes Abbürsten nach jedem Ausritt. Wer täglich oder in staubiger Umgebung reitet, verkürzt den Abstand.

Bringe den Sattel ins Freie, bürste ihn trocken ab, um die Sporen zu entfernen, wische dann mit einem kaum angefeuchteten Tuch nach und lass ihn vollständig an der Luft trocknen, bevor du das Leder nährst. Kehrt der Schimmel zurück, liegt es am Raum: Er braucht mehr Belüftung und weniger Feuchtigkeit.

Wenn es neutrale, ausdrücklich für Leder bestimmte Seifen und Balsame sind, ja. Meide stark fettende oder silikonhaltige Universalprodukte und alles, was sofortigen Glanz verspricht.

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